Unsere Rassen


Machen Sie sich hier ein Bild über die Vielfalt von Fleischrinderrassen, die von unseren Bauern gehalten werden, und die wir vom BiosphärenKontor Ihnen anbieten: Aubrac, Auerochse, Blonde D’Aquitaine-Kreuzung, Charolais-Kreuzung, Deutsch Angus, Dexter, Hereford, Schwarzbuntes Niederungsrind, Simmentaler, Uckermärker, Wasserbüffel. Diese Rassen haben einiges Gemein, unter anderem, dass sie allesamt unproblematisch und selbständig unter sich abkalben. Selten ist ein Eingreifen nötig. Einige unserer Bauern holen die Tiere im Winter in den Stall und andere lassen die Herden das ganze Jahr über draußen laufen. Entdecken Sie die Vielfalt der angebotenen Rassen. Die Liste ist noch nicht komplett, die vollständigen Beschreibungen folgen in Kürze.


Deutsch Angus

Diese Rasse stammt von der schwarzen schottischen Rasse Aberdeen Angus und wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch mehrere Einkreuzungen an die Deutschen Haltungsverhältnisse angepasst. Nun sind die Tiere robust und dennoch frühreif ohne zu stark zu verfetten. Unsere Bauer halten diese Rasse ebenfalls extensiv, so dass die Marmorierung des Fleisches gemächlich entsteht. Die Kühe erreichen Gewichte von 500-700 kg und die Stiere sogar  900-1100 kg.



Dexter: Klein, schwarz und kräftig!

Benannt nach ihrem Schöpfer Mr. Dexter, stellt das kurzbeinige Dexter Rind eine alte irische Rasse dar. Ziel von Mr. Dexter war es, eine Rasse zu schaffen, die eine irische Familie sowohl mit ausreichend Milch als auch mit Fleisch versorgen kann. Was für Eigenschaften sollte diese Rasse mitbringen? In den irischen, zum Teil kargen Landstrichen durfte diese kleine Rasse nicht wählerisch mit dem Futter sein. Ebenfalls wurde von den Tieren verlangt, dass sie mit den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen auskamen.

Mit einer Größe von nur einem Meter bringen die kleinen Allround-Talente stattliche 300 bis 450 kg Lebendgewicht auf die Waage. Ihr Fleisch ist schmackhaft und leicht zu verarbeiten.  Da es sich um eine exquisite Fleischrinderrasse handelt, weisen die Muskelfasern eine geringe Länge auf, was dem Fleisch seine feine Grundstruktur verleiht. Ohne Endmast führt die ganzjährige Weidehaltung zu einer geringen Fettabdeckung. Der Geschmack unseres Dexterfleisches ist kräftig aber nicht wildartig.

 



Aubrac: Das Schöne

Heimat und Ursprung dieser wunderschönen Rasse ist das vulkanische Zentralmassiv der Auvergne vom Zentrum bis zum Süden Frankreichs. In der rauen Umwelt des Gebirges wurde das Erbgut dieser Rasse auf die Probe gestellt: Nur die robustesten Rinder konnten hier bestehen. Sie werden dank ihrer Robustheit und einer sehr guten Milchproduktion von 2.250 kg/Jahr in schwierigem Gelände als exzellente Mutterkühe eingesetzt.

Ausgewachsene Bullen können schon mal 950 kg Gewicht auf die Waage bringen. Damit zählen die Aubracs zu den mittelgroßen Fleischrinderrassen. Unsere Aubrac Mutterkuhherde grast für mindestens 7 Monate im Jahr auf den Weiden in Valluhn am Schaalsee. Nur die Wintermonate verbringen sie in großen und hellen Laufställen. Das Fleisch ist gut marmoriert und weist eine gute Fettabdeckung auf. Um die Marmorierung zu optimieren, kreuzt unser Landwirt einen Fleckvieh-Bullen ein.

Haarkleid: einfarbig fahlgelb-weizengrau, dunkler auf den Schultern und auf der Rückenlinie, größerer Kontrast beim Stier. Kopf: breite Stirn, aufgerichtete mittellange Hörner, weiss an der Basis und schwarz an der Spitze, Auge und Ohr schwarz umrandet, breites schwarzes Maul weiss umrandet.



Auerochse: Wild mit urigen Hörnern

Die Auerochsen (Ur primigenius) sind stammesgeschichtlich relativ junge Rinder, der älteste Verwandte findet sich in Indien zwischen Oberpliozän und Pleistozän (Diluvium). Die Urkühe sind 150-170 cm groß und die Urstiere 170-200 cm. Ihr Haarkleid ist für die Stiere schwarzbraun bis schwarz und für die Kühe hell braunrot. Die Kälber sind zumeist rötlich. Alle weisen einen weisslich-grauen bis gelblichen Aalstrich über den Rücken. Unsere Heckrinder oder auch Auerochsen laufen in Preten und werden direkt auf der Weide geschossen. Sie müssen somit nicht lebend zum Schlachthof transportiert werden. Ihr Fleisch ist eher wildartig.



Wasserbüffel: imposant und imponierend

Sie zählen zu den letzten Wildarten unter den Rindern, aus welchen Hausrinder hervorgingen: die asiatischen Wasserbüffel (Bubalis arnee). Der Wasserbüffel ist heute weltweit für die Milch, das Fleisch und als Arbeitstier geschätzt. Im Biosphärenreservat Schaalsee ist er in Preten zu finden, wo die Wasserbüffelherde zusammen mit den Auerochsen läuft. Diese robusten Tiere sind sehr genügsam und durch ihre Hörner nicht minder beeindruckend als ihre Ur-Komparsen, die Auerochsen.



Hereford: die weiss(er)leuchtenden Köpfe

Diese englische Rasse stammt aus der Grafschaft Hereford Shire und gehört zu den weltweit verbreitetsten Fleischrinderrassen. Die Tiere weisen allesamt weiße Köpfe auf. Die kontrastreiche aus den Western bekannte Rasse gehört zu den sehr anpassungsfähigen Rassen, die aus saftigen Weiden exquisites Fleisch zaubern, mit einer ernstzunehmenden Marmorierung.  



Simmentaler, hier zulande bekannt als „Fleckvieh“: Wunder aus der Schweiz

 

Aus dem Schweizer Tal „Simmental“ stammend, stellt das Simmentaler schon seit dem Mittelalter eine überregional bekannte und beliebte Zweinutzungsrasse dar. Ihre damalige stattliche Größe von bis zu 1,60m, ihre Kraft und relativ hohe Milchleistung machten sie spätestens bei der Weltausstellung in Paris 1855 international bekannt und begehrt. Mittlerweile ist das Simmentaler gern auf der ganzen Welt genutzt, um Mutterkuhherden aufzufrischen: Cowboys, Gauchos und Vaceros sind hocherfreut über die schnelle Gewichtszunahme der Kälber, die aus der beachtlichen Milchleistung resultiert. Ebenso erfreuen sie sich an der hohen Ausschlachtung von 60% mit 70% reinem Fleischanteil.

Bei der Futterwahl ist das Fleckvieh eher wählerisch – dennoch gilt es als robust, denn in nördlicheren Breiten hat sich diese Rasse ein wolliges Winterfell zugelegt.

Unser Fleckvieh steht bei mehreren Bauern zum Teil ganzjährig auf der Weide, manche verbringen die Wintermonate im Laufstall.

Das Fleisch der Simmentaler ist für seine Qualität bekannt und in mehreren deutschen Qualitätsfleisch-programmen zu finden.



Blonde d’Aquitaine: zierlich und doch gut bepackt

 

Diese feinrahmigen Tiere gehören zu den drei Hauptfleischrinderrassen Frankreichs. Die Rasse entstand 1962 aus der Zusammenführung der drei regionalen Rassen aus dem Süd-Westen am Fuße der Pyrenäen (Garonnais, Quercy, Blonde des Pyrénées). Die Tiere zeichnen sich aus, durch robuste dennoch feine Knochen und einen fahlgelben Haarkleid, hell bis dunkel, oft mit weißen Aufhellungen um die Augen und den Maul. Hörner und Hufen sind hell, der Kopf ist leicht und ausdrucksstark. Viele Tiere dieser Rasse zeigen eine ausgeprägte Muskulatur in den jungen Jahren und durch die Eigenschaft trotz Frühreife, langsam eine Fettabdeckung zu bilden, ist diese Rasse für die Produktion schwerer Kälber und Jungbullen prädestiniert.

Die Mutterkühe bringen 750 kg und die Stiere 1.150 kg auf die Waage. Trotz der staatlichen Kälber haben die Mutterkühe dank ihrer guten Konformation keine Probleme beim Kalben. Diese Rasse wird meistens in Kreuzungen mit milchreichen Rassen oder auch mit robusten Rassen eingesetzt.



Charolais: für die Fettarm-Bastion

 

Diese weißen stark bemuskelten Rinder mit robustem Knochenbau stammen aus dem Osten Frankreichs, Saone et Loire und sind weltweit sehr verbreitet (70 Länder) in Reinzucht und vor allem in Gebrauchskreuzungen mit robusten Rassen.

Diese sehr fleischbetonte Fleischrinderrasse zeichnet sich durch den langsamen Fettansatz, der dazu führt, dass auch ältere Tiere einen niedrigen Fettanteil in der Muskelmasse aufweisen. Die Tiere sind großrahmig und die Muskelmassen sind auf Vorder- und Hinterviertel gleichmäßig verteilt.

Die Kühe wiegen meistens 700 - 800 kg und die Stiere 1.000 - 1.400 kg.



Uckermärker: Meklenburger Superkracher Genotyp 67

 

Dieser Qualitätsrindfleischlieferant aus der ehemaligen DDR wurde dank engagierten Züchter nach der Vereinigung just gerettet und als Rasse am 22. März 1993 anerkannt. Es handelt sich um die peinlichst genaue 50/50 Kreuzung von Fleckvieh und Charolais, daher stammt auch das wechselnde Exterieur (Aussehen, Phänotyp…) mal beigegrau wie Charolais mal weißköpfig mit heller Scheckung wie Fleckvieh. Namensgeber der Rasse wurde die Uckermark, wo das Gut Griewen – ein der beiden ersten Zuchtbetrieben – bei Frankfurt/Oder liegt. Die Mutterkühe erreichen staatliche 800 kg und die Stiere die 1,3 Tonnen. Trotz der hohen Leistung sind diese Tiere sehr anpassungsfähig und auch für die extensive Weidehaltung gut geeignet.




Limousin

 

Diese Fleischrinderrasse stammt aus dem Westen des französischen Zentral-Massivs, wo Regen und karge Granitböden den Ton angeben und diese Rasse in ihrer Robustheit geprägt haben. Diese Rasse zeichnet sich aus, durch die Zartheit, Feinheit, Farbe und Marmorierung des Fleisches ohne zu dicke Fettabdeckung (siehe Bild).

Diese Rasse wird sowohl in Reinzucht als in Kreuzungen wie bei Herrn Seebürger mit Fleckvieh eingesetzt, weil sie sehr anpassungsfähig ist und trotz hoher Produktion eine gute Leichtkalbigkeit aufweist. Die Mutterkühe erreichen Gewichte um die 800 kg und die Stiere um die 1 Tonne, ihr Haarkleid ist hellbraun bis dunkelbraun, Augen und Maul sind hell umrandet und Hörner und Klauen sind ebenfalls hell.



Quellenangaben:

La production de viande bovine, Dominique Soltner, 11ème Édition, 1987

Das andere Kuhbuch, Vierzig Rasseporträts und mehr…, Michael Brackmann, Landbuch Verlag Hannover, 5. Auflage, 2002.

Extensive Rinderhaltung, Fleischrinder – Mutterkühe, Rassen, Herdenmanagement, Wirtschaftlichkeit, Manfred Golze und andere, VerlagsUnionAgrar, 1997

Grundlagen der Tierhaltung und Tierzucht: mit 212 Tabellen, Ekkehard Ernst und Ernst Kalm, Hamburg; Berlin Parey, 1994

Vortrag: Vom Genotyp 67 zur Rasse Uckermärker – eine junge Erfolgsgeschichte trotz mancher Hindernisse,. Ottfried Weiher, Landwirtschaftsausstellung Mecklenburg-Vorpommern 2008
(http://www.landwirtschaft-mv.de/cms2/LFA_prod/LFA/content/de/Fachinformationen/Tierproduktion/Mutterkuhhaltung_und_Rindermast/Uckermaerken_Geschichte/uckermaerker_Weiher.pdf 10.04.2015)